6: Friedensbemühungen

Kurzbiographie Graf St.-Germain von Aljoscha Feuerstack

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Friedensbemühungen

1756 begann ein Krieg zwischen Frankreich, England, Preußen und Österreich, der 7 Jahre dauern sollte. 4 Jahre später bemerkte der König Ludwig XV. von Frankreich, dass die Staatskassen durch die hohen Kosten der Auseinandersetzungen geleert waren. Er beauftragte Saint Germain mit der Herstellung von Diamanten, damit man ihm einen Kredit gewährleisten würde. Der König ging mit dieser Forderung zu weit, da sie Alchimie für solch Zwecke nicht gebraucht werden sollte, aber Saint Germain musste ihm gehorchen, da Louis der Großprior von Malta war und damit das höchste Mitglied dieses Ordens. So befolgte Saint Germain den Befehl. Saint Germain reiste nach Den Haag, um dort die Kredite aufzunehmen. Nicht weniger wichtig war der Geheimauftrag, den er von Ludwig erhalten hatte. Er sollte Friedensverhandlungen in den Botschaften und Gesandtschaften in Den Haag führen. Mitwisser dieser geheimen Mission war neben dem Grafen, dem König und der Marquise de Pompadour nur noch Ludwig Karl August Graf Belle-Isle, der Kriegsminister von Frankreich und Rosenkreuzer war. Nicht in Kenntnis gesetzt war der Minister für Auswärtiges, der Herzog von Choiseul-Steinville. Choiseul hätte dem Wunsch nach Frieden sich nicht beigestimmt. Er war ein Anhänger von Österreich, der das Bündnis bestimmt nicht hätte aufheben wollen. Da er so übergangen worden war, hasste er Saint Germain. Choiseul ordnete deswegen die Verhaftungen des Grafen an. Selbst der König, unter dessen Auftrag Saint Germain stand, half ihm nicht entscheidend. Der Graf wurde arrestiert, aber von der holländischen Regierung wieder freigelassen. Saint Germain floh nach England, wo er die Gunst des Premiers und Schirmherrs der schottischen Freimaurerei erhielt. In England setzte er seine Bemühungen um Frieden und Beendigung des 7-jährigen Krieges fort.
1763 starb in Russland Zarin Elisabeth Petrowna. Ihr Nachfolger aber, Zar Peter III. erwies sich als unfähig zum Regieren und noch dazu als kindisch. Es hiess, dass er abends im Bett, sehr zum Missfallen seiner Gattin, mit Puppen spielte. Seine wohl einzige gute Tat in seiner Regierungszeit war der Frieden zwischen Preußen und Russland, den er als Verehrer Friedrichs des Grossen herbeigeführt hatte. Saint Germain reiste nach Russland, um den Zaren zu ersuchen, seine Gemahlin zur Mitregentin zu machen. Da Zar Peter III. sich nicht darauf einlassen wollte, beteiligte sich Saint Germain mit an einer Palastrevolution, indem er Ratschläge gab. Es ist zu vermuten, dass er die Gefangennahme des Zars und dessen Ermordung sechs Tage später nicht wollte. Zum Dank für seine Mithilfe ernannte ihn Zarin Katharina zum General und ehrte ihn mit dem Titel Graf Soltikow.

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Der Graf traf auf seiner Ausreise aus Russland den Kaufmann Tornetti, dem er schon früher begegnet war und dem er damals aus einer schwierigen Situation geholfen hatte, wieder. Auf die Frage des Grafen wohin er reise, antwortete Tornetti, dass er nach Doornik (Tournai) wolle, um dort Seidenmanufakturen zu gründen. Der Graf beschloss spontan mit ihm zu reisen und seine Aktion zu unterstützen, zumal er in Doornik seit 12 Jahren Domherr war. Er hatte vor, in den Seidenmanufakturen die von ihm neu entwickelten Färbemethoden auszuprobieren und für Menschen Arbeitsplätze zu schaffen. Auf seiner Reise nach Doornik, die über Brüssel verlief, traf er zur seiner Freude den österreichischen Minister Graf Carl Cobenzl, der ein guter Freund von ihm war. Cobenzl, den Saint Germain in seine Pläne eingeweiht hatte, war sehr angetan von der Idee und wollte diese tatkräftig unterstützen. Cobenzl organisierte, dass der Graf von Saint Germain Kredite von zwei Bankhäusern bekam. So wurde die Seidenfirma gegründet, die aber von Wien, von dem Kanzler Graf Kaunitz verboten wurde. Kaunitz tat die aus der Angst, Saint Germain könnte auf die Rechte als Sohn Rakoczys pochen. Obwohl Saint Germain die Firma noch einige Zeit aufrecht erhalten konnte, musste er sie schliesslich übergeben und aus Doornik abreisen.
In die selbe Zeit fielen seine Friedensbemühungen in Fontainebleau, die später durch seine Mithilfe zum erfolgreichen Ende und dem Friedensvertrag zwischen Frankreich und England führten.
Nach seinem Doornik-Aufenthalt reiste Saint Germain nach Turin, London, Indien und dem Orient. Er hielt sich in Genua, Livorno und in Tunis auf und besuchte Fürstenhöfe in Baden, Hessen und Nassau. Weitere Reisen führten ihn nach Italien, Ansbach, Nürnberg, Braunschweig, Karlsruhe und Baden-Baden. 1776 war der Graf auf dem Kongress der Freimaurer, der vom 16. August bis zum 5. September in Wiesbaden stattfand.

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